nuit blanche                                                                                                              

 

Die Bäume sind gelb.

 

Ich habe alle meine Kleider abgelegt.

 

Der Rasen ist grün, das ganze Jahr,

doch die Kuh der Liebe wurde heimgetrieben.

 

Blauäugig schaut sie zum Fenster hinaus und klagt:

 

Ich weiß, dass du mein Winter bist, so weiß

 

fast wie dein Handgelenk, ein schmaler Mond,

der Neonkörper einer Leuchtstoffröhre,

der meine aufgeriss’ne Nacht so lilienblass erhellt

und teilt in Schlaf und Nichtschlaf,

 

fast ein Projektor, der nichts projiziert, nur Licht

manierlich im Quadrat

und mich erblindet. Mir wird schwarz

und kalt und tot,

mein Leib ist weiß (die Sonn’ ist rot).

 

Nur drei bis acht graubraune Falter fliegen gegen’s Licht

und spielen Sommernacht (zum Trost? zum Trotz? zum Spott?

Ach, fickt euch doch).

 

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